1) Hohe Anschaffungs- und Betriebskosten
- Du musst beim Heubedampfen einen spürbaren finanziellen Aufwand einplanen:
- Du investierst in einen Heubedampfer (je nach System deutlich kostenintensiv)
- Du zahlst laufend Strom- und Wasserkosten
- Du ersetzt Verschleißteile und erledigst Wartung (Dichtungen, Schläuche, Heizelemente)
Bei mehreren Pferden oder täglicher Nutzung addierst du diese Betriebskosten schnell zu einem spürbaren Betrag.
2) Zeit- und Arbeitsaufwand im Stallalltag
Beim Bedampfen packst du zusätzliche Arbeitsschritte oben drauf:
- Du befüllst den Bedampfer, lässt den Zyklus laufen und nimmst das Heu wieder heraus
- Du reinigst Gerät und Zubehör
- Du organisierst die Logistik (Portionen transportieren, schwere Netze/Behälter handhaben)
Stehst du unter Zeitdruck, kürzt du Einwirkzeiten oder Hygieneschritte leicht ab – und du verschenkst damit Wirkung.
3) Re-Kontamination: Bedampft heißt nicht automatisch „hygienisch“
In der Praxis nimmt bedampftes Heu nach der Behandlung schnell wieder Keime auf – zum Beispiel durch:
- schmutzige Behälter/Netze
- kontaminierte Hände/Schubkarren
- staubige Lagerbereiche
- längere Standzeiten im warm-feuchten Zustand
Füttere bedampftes Heu möglichst zeitnah, denn Wärme und Feuchtigkeit können sonst unerwünschtes Keimwachstum begünstigen.
4) Schimmel und Mykotoxine: Grenzen der Methode
Dampf reduziert zwar Schimmelsporen, aber bereits vorhandene Mykotoxine machst du damit nicht zuverlässig „unschädlich“. Das bedeutet: Du senkst oft Staub und Keime, aber du machst stark belastetes Heu nicht automatisch sicher.
Riecht Heu muffig, siehst du Schimmel oder wirbelt es stark Staub auf, nimm das als klares Warnsignal. Entsorge solches Heu in der Regel – auch dann, wenn du es bedampfst.
5) Qualitätsabhängigkeit: Schlechte Ausgangsqualität bleibt problematisch
Mit Heubedampfen verbesserst du gute Qualität, aber du reparierst kein schlechtes Heu. Bei stark belastetem Heu (Schimmel, Fehlgärung, starkes Bröselheu) bleibt das Risiko hoch – unabhängig vom Gerät.
6) Nährstoffveränderungen und Akzeptanz
- Je nach Heu, Dauer und Temperatur können sich Eigenschaften verändern:
- Konsistenz wird feuchter/wärmer, manche Pferde fressen es lieber, andere lehnen es ab
- Leicht veränderte sensorische Eigenschaften (Geruch/„Gekochtes“ Heu)
- Potenziell Auswaschung/Veränderung einzelner Komponenten (abhängig vom Verfahren und Ausgangsheu)
Wenn Dein Pferd bedampftes Heu schlechter frisst, kann das die Rationsplanung erschweren.
7) Hygiene- und Sicherheitsrisiken am Gerät
- Heubedampfer arbeiten mit Hitze, Dampf und Wasser:
- Verbrennungsgefahr beim Öffnen/Entnehmen
- Kondenswasser, Rutschgefahr im Stall
- Hygieneprobleme bei unzureichender Reinigung (Biofilm, Ablagerungen, Keimnester)
Reinigst du nicht konsequent und arbeitest du nicht sicher, machst du aus einer Hygienemaßnahme schnell ein neues Problem.